Das Video zum Beitrag finden Sie HIER

Die MindMap mit den 7 Tipps können Sie HIER ansehen:

MindMap 7 Tipps zum Freien Präsentieren

Im beruflichen Alltag müssen oft und regelmäßig große Mengen an Information ausgetauscht werden. Wenn eine Person, meist mehreren, anderen Personen Informationen vermittelt, nennt man das dann eine Präsentation.
Lange Zeit waren berufliche Präsentationen von der Verwendung einer Präsentations-Software gekennzeichnet. Am bekanntesten dürfte in diesem Bereich Microsofts Powerpoint sein, aber auch andere haben aufgeholt und ihre Verbreitung gefunden.

Unabhängig von der technischen Seite, darauf wird später noch eingegangen, kommt es aber vielmehr darauf an die Zuhörer und -seher mitzunehmen. Sie im wahrsten Sinne des Wortes anzusprechen und die Informationen nicht nur auszusprechen, sondern auch verständlich und nachvollziehbar darzustellen.

Im folgenden Beitrag soll es aber nicht darum gehen „Wie ich perfekt präsentiere!“ oder so aufzutreten, wie der viel gerühmte Steve Jobs das in den bekannten Keynotes seiner Apfelprodukte gemacht hat.
Vielmehr sollen ein paar typische Fehler vermieden werden und die Grundlagen einer guten Präsentation angesprochen werden.

Wenn Sie sich an die folgenden 7 Tipps halten, werden Sie sehen, dass Ihre transportierten Inhalte um ein Vielfaches besser bei ihrem Publikum aufgenommen – und vor allem verarbeitet werden.

Tipp 1: Bitte nicht! – Vermeiden Sie folgende Fehler

 

  1. Breitbeinig stehen: Bitte stehen Sie nicht zu breitbeinig da. Die Hände sollten nicht tief in den Taschen vergraben sein.
  2. Überkreuzen Sie Ihre Beine nicht und versuchen Sie auch sonst keine allzu originellen Beinstellungen während Ihrer Präsentation.
  3. Guck-in-die Luft: Bitte schauen Sie in Richtung Ihres Publikums und nicht in den Himmel, bzw. in geschlossenen Räumen an die Decke.
  4. Freistoß-Mauer: Diese Schutzhaltung hat in bestimmten sportlichen Situationen sicher ihre Berechtigung, aber NICHT während ich vor einem Publikum spreche.
  5. Keine-Lust: Manchmal bedeuten verschränkte Arme „Mir ist kalt!“. Manchmal zeigt aber auch meine Körperhaltung „Ich wäre lieber woanders!“. Das passt aber nicht zu einer Präsentation.
  6. Sprich-zu-mir: Auch wenn ich zwischendurch etwas zeige bleibe ich nicht in der abgewandten Körperhaltung stehen und rede mit der Präsentationswand, dem Flipchart oder sonstigen Medien. Ich schaue meine ZuhörerInnen an und spreche in ihre Richtung.

Tipp 2: Erscheinung – Drücken Sie das mit Ihrer Erscheinung aus was Sie sagen wollen!

Man bekommt keine zweite Chance für einen ersten Eindruck!

Denken Sie darüber nach, welchen Eindruck Sie auf den ersten Blick auf Ihr Publikum machen möchten: seriös – lässig – cool?
Dementsprechend sollten Sie sich kleiden und präsentieren.
Die Herren können durch einen klassischen Business-Anzug in gedeckten Farben (heutzutage mit oder ohne Krawatte) unmarkiert erscheinen. Das bedeutet, dass ihr Äußeres nicht weiter interpretiert wird. Sie sind sozusagen „grau-auf-grau“. Damit liegt die Aufmerksamkeit komplett auf Ihren Inhalten, nicht auf Ihrem Erscheinungsbild.
Das Äußere der Damen ist abwechslungsreicher. Sie haben mehr Möglichkeiten sich korrekt und/oder schick zu kleiden.

Alle Abweichungen vom etablierten Standard können von den Menschen wahrgenommen und interpretiert werden. Die Zuseher werden sich fragen: „Was will er mit den grünen Schuhen und dem quietschgrünen Blazer sagen?“ – Wenn Sie das beabsichtigen: Perfekt! – in allen anderen Fällen:

Achten Sie darauf sich Ihrem Publikum entsprechend zu kleiden und darzustellen!

Tipp 3: Stehen Sie fest auf dem Boden – wirken Sie ruhig

Stehen Sie fest auf dem Boden!

Viele Tipps drehen sich darum, wie man die Nervosität bei einem Auftritt vor Publikum bekämpfen kann.
Meine Erfahrung sagt, dass es schwierig ist sich einzureden „ruhig zu bleiben“. Damit erreicht man eher das Gegenteil. Worauf man sich aber fokussieren kann ist der eigene Stand:

Stehen Sie so fest auf dem Boden, dass Sie nichts umwerfen kann!

Dazu stehen Sie mit beiden Füßen komplett auf dem Boden (soweit Ihre Schuhe und Absätze das zulassen). Bemerken Sie eigene Unsicherheit, denken Sie an den Stand: Beide Füße fest auf dem Boden.
Das sorgt umgehend für eine ruhige Ausstrahlung und ist die ideale Ausgangsposition. Selbstverständlich können Sie während eines Vortrages auch mal einen Schritt zur Seite oder nach vorn/hinten machen. Aber zuviel Bewegung wirkt eben unruhig und macht (!) Sie unruhig.

Tipp 4: Gestik – die Hände richtig halten, der Rest kommt von allein

Unsere Hände sprechen für uns. Die Gestik macht einen großen Teil der „Zwischentöne“ Ihres gesprochenen Wortes aus.
Nutzen Sie die Möglichkeiten. Damit das ganz natürlich funktioniert schlage ich folgende Augangsposition vor:

Halten Sie die Hände immer oberhalb der Gürtellinie und legen Sie sie locker ineinander!

Aber bitte: Verschränken Sie Ihre Finger nicht wie zum Gebet. Sollten Sie angespannt sein, führt dies ganz häufig zum „Hände ringen“ bis die Knöchel schon weiß zu werden beginnen.

Hände ringend

Locker ineinander gelegte Hände sind die ideale Ausgangsposition um frei zu gestikulieren. Sie werden merken, dass Sie bei festem Stand und zunehmender Ruhe automatisch damit beginnen das von Ihnen Gesagte mit wirkungsvollen Handbewegungen zu unterstreichen.

 

Tipp 5: Medieneinsatz – so wenig wie möglich

Die wichtigste Frage vorab: Ist der Einsatz von Medien, zusätzlich zu Ihrem Vortrag, wirklich hilfreich? Denken Sie in Ruhe darüber nach, warum Sie das Gesagte unbedingt verbildlichen wollen. Bedenken Sie dabei auch, dass die Aufnahme von Informationen über mehrere Kanäle (Hören UND Sehen) mehr Energie erfordert als die Konzentration auf die präsentierende Person.

Wenn Sie zu dem Schluss kommen sollten, dass ein zusätzliches Medium die Verständlichkeit und Wirksamkeit Ihrer Präsentation erhöht, beherzigen Sie vor allem eines:

Das Gesagte und Gezeigte muss immer und jederzeit synchron sein! Wenn Sie ein Foto oder eine Grafik zeigen, reden Sie auch genau darüber! Auch bei Powerpoint kann man Folien abblenden (Einfach aub „B“ wie Black oder „W“ wie White drücken). Zwischen den erhellenden Darstellungen können Ihre Zuhörer sich dann wieder voll auf Sie konzentrieren.

Wenn Sie Folien einbauen, müssen Sie diese erläutern. Jede Grafik verdient eine kurze Erklärung. Und am wichtigsten: Geben Sie Ihrem Publikum eine kurze Pause um das gezeigte Bild aufzunehmen und zu verarbeiten. Zählen Sie in Gedanken nach dem Klick auf die nächste Folie „Einundzwanzig, zweiundzwanzig, dreiundzwanzig“ bevor Sie fortfahren.

Zusammengefasst:
Der Mensch steht im Mittelpunkt – die Medien sind nur Mittel. Punkt!

Tipp 6: Reden Sie frei!

Es gibt nicht umsonst nur wenige, hochbezahlte Profis im Fernsehen die uns bspw. die Nachrichten „vorlesen“! Das ist etwas für Profis und nur in einem ganz engen Einsatzgebiet überhaupt sinnvoll.

Für Präsentationen im beruflichen Umfeld gilt: Reden Sie frei!

Schaffen Sie eine durchdachte und ausgeklügelte Struktur und Dramaturgie für Ihren Vortrag. Unterstützen Sie das Gesagte mit Ihrer Person und, wenn sinnvoll, durch entsprechenden Medieneinsatz.

Aber: Lesen Sie nicht ab! Benötigen Sie für einen längeren Vortrag ein Skript, beschränken Sie sich auf Stichpunkte.

Wenn Sie im präsentierten Themengebiet fit sind, zeigen Sie Ihre Begeisterung und transportieren Sie Ihre Emotionen. Seien Sie ehrlich und mitreißend! All das geht schwerlich mit abgelesenen Texten.

Für Ihr Skript verwenden Sie übrigens besser Moderationskarten. Die Profis wissen, dass einzelne Blätter „zittern wie Espenlaub“ und Sie nervöser erscheinen lassen als Sie es eigentlich sind.

Tipp 7: Last but not least die Hauptsache: Halten Sie Augenkontakt!

Schauen Sie nicht nur in die Richtung Ihres Publikums, schauen Sie die Menschen dort an! Sie wollen ihnen etwas mitteilen, also sprechen Sie sie nicht nur an, sondern schauen Sie ihnen in die Augen. Lassen Sie Ihren Blick über das Publikum schweifen. Spüren Sie die Energie und nutzen Sie sie für Ihren lebendigen Vortrag.

Wenn Sie fragende Blicke bemerken – fragen Sie nach! Auch in größerer Runde kann man das Tun, obt lassen sich so Fragen klären und die Zuhörer fühlen sich geschätzt und ernstegenommen.

Zusammenfassend

Wenn Sie ein paar wenige Dinge vermeiden und sich darauf konzentrieren ruhig zu stehen, Ihre Hände oberhalb der Gürtellinie zu halten und mit Bedacht sinnvolle Medien einzusetzen kommen Sie bereits gut auf 90% eines Qualitätsvortrags.

Wenn Sie dann noch den Blickkontakt mit Ihrem Publikum halten und souverän auf die Stimmungen im Raum reagieren, sind Sie zu einhundert Prozent ein Vollblut-Präsentator oder eine Vollblut Präsentatorin!

Viel Spaß bei Ihren nächsten Präsentationen!

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.